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<title>Edo</title>
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<p><b>Edo</b> (<a href="Japanische_Schrift" title="Japanische Schrift">jap.</a> <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">江戸</span>), wörtlich: „Flusstor, -mündung“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, in älteren westlichen Texten auch <i>Jedo</i>, <i>Yedo</i> oder <i>Yeddo</i> geschrieben,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist der frühere Name der <a href="Hauptstadt_Japans" title="Hauptstadt Japans">japanischen Hauptstadt</a> <a href="Tokio" title="Tokio">Tokio</a>. Es war der Sitz des <a href="Tokugawa-Sh%C5%8Dgunat" class="mw-redirect" title="Tokugawa-Shōgunat">Tokugawa-Shōgunats</a>, das Japan von 1603 bis 1868 beherrschte, und gab dieser Periode der japanischen Geschichte den Namen <a href="Edo-Zeit" title="Edo-Zeit">Edo-Zeit</a>. Während dieser Zeit wuchs Edo zu einer der größten Städte der Welt.<sup id="cite_ref-Sansom_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Sansom-4"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Stadt">Die Stadt</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Beginn">Der Beginn</h3></div>
<p>Die erste Erwähnung Edos als <a href="Flurname" title="Flurname">Flurname</a> ist für das Jahr 1261 belegt.<sup id="cite_ref-Edo_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Edo-5"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1456 errichtet <a href="%C5%8Cta_D%C5%8Dkan" title="Ōta Dōkan">Ōta Dōkan</a>, ein vielseitig begabter Feldherr, dort auf einer Anhöhe die <a href="Burg_Edo" class="mw-redirect" title="Burg Edo">Burg Edo</a> und machte den Ort zum Zentrum seiner Aktivitäten. Nach seinem gewaltsamen Tod 1486 verfiel die Burg.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Edo_als_Burgstadt">Edo als Burgstadt</h3></div>
<p>Als <a href="Tokugawa_Ieyasu" title="Tokugawa Ieyasu">Tokugawa Ieyasu</a> 1590 im Rahmen eines Gebietstausches die Herrschaft über die Provinzen um die <a href="Tokio-Bucht" class="mw-redirect" title="Tokio-Bucht">Tokio-Bucht</a> übernahm, entschied er sich, das unbedeutende Edo zu seinem Hauptsitz zu machen. Er stellte die gut gelegene Burg wieder her und begann sie groß auszubauen. Wichtig war es in diesen unruhigen Zeiten, erst einmal sich und seine Familie zu sichern. Für die Anlage einer großen Stadt war die hügelige Gegend dagegen nicht sonderlich geeignet. Aber wie bei den <a href="J%C5%8Dkamachi" title="Jōkamachi">Burgstädten</a> der Zeit üblich, siedelte er an der Burg seine <a href="Hatamoto" title="Hatamoto">Gefolgsleute</a> an, davor die Handwerker und Händler.
</p><p>Nachdem Ieyasu 1600 in der <a href="Schlacht_von_Sekigahara" title="Schlacht von Sekigahara">Schlacht von Sekigahara</a> die Konkurrenten um die Herrschaft über Japan besiegt hatte, wurde er 1603 vom <a href="Tenn%C5%8D" title="Tennō">Tennō</a> zum <a href="Sh%C5%8Dgun" title="Shōgun">Shōgun</a> ernannt. Edo wurde nun politisches Zentrum Japans, <a href="Ky%C5%8Dto" title="Kyōto">Kyōto</a> blieb als Residenzstadt des Tennō formelle Hauptstadt des Landes. Die großangelegte Burg, umgeben von dem "Inneren Graben" (Uchibori) mit seinen Zweiggräben und mehr als 20 Toren wurde durch den "Äußeren Graben" (Sotobori) mit 10 Toren<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ergänzt. Die Toranlagen hatten Kastenform (s. Abb. Babasakimon): man betrat zunächst durch ein kleines Tor einen Innenhof, der verschlossen werden konnte, bevor das – meist im rechten Winkel dazu gebaute – mächtige Haupttor geöffnet wurde.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Stadt dehnte sich mit der Zeit vor dem Äußeren Graben noch bedeutend weiter aus und belegte ein Gebiet, das heute von der <a href="Yamanote-Linie" title="Yamanote-Linie">Yamanote-Linie</a> umschlossen wird, wozu noch die Gebiete jenseits des Sumida kamen. „Yamate / Yama-no-te“ d. h. „Bergseite“ (山手 / 山の手) bezieht sich dabei auf die Anhöhen im Westen und Norden der Stadt. In diesem Bereich wird die Stadtstruktur dadurch bestimmt, dass Straßen entlang der Höhen bzw. entlang der Täler angelegt wurden und dass diese über Hangwege (sakamichi) verbunden waren. Viele sakamichi hatten (Spitz-)Namen, an die heute mit beschrifteten Holzpfeilern erinnert wird.
</p><p>Die Ebene zum Meer hin (samt den aus dem Meer gewonnenen Gebieten) bildete die „Unterstadt“ (<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r184932623">
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</style><span lang="ja-Hani" class="Hani">下町</span>, shitamachi). Eine abschließende Stadtmauer gab es – wie bei allen Burgstädten – nicht. Zwei Tore, das „Takanawa Ōkido“ (an der <a href="T%C5%8Dkaid%C5%8D" title="Tōkaidō">Tōkaidō</a>) und das „Yotsuya Ōkido“ (an der Kōshū Kaidō) markierten den ungefähren Beginn der Stadt, dienten aber nicht Verteidigungszwecken.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Daimyō_und_ihre_Residenzen"><span id="Die_Daimy.C5.8D_und_ihre_Residenzen"></span>Die Daimyō und ihre Residenzen</h3></div>
<p>Um die Macht zu festigen, wurde 1635/42 das „<a href="Sankin_k%C5%8Dtai" title="Sankin kōtai">sankin kōtai</a>“-Gesetz erlassen. Diese Bestimmung verpflichtete alle Daimyō (Feudalherren), eine ständige Residenz in Edo zu unterhalten und entweder selbst anwesend zu sein, oder Teile ihrer Familie als Geiseln des Shoguns dort zu lassen. Die Residenz war von einer hohen Mauer umgeben, oft kombiniert mit den Behausungen für die einfachen Bediensteten, den <i>nagaya</i>. Dem Eingangstor gegenüber befand sich der Arbeits- und Empfangsbereich des Fürsten (<i>goten, omote</i>), dahinter schloss sich der von der Fürstin geleitete Versorgungsbereich (<i>oku</i>) an. Zur Residenz gehörten noch Gebäude für die nächsten Mitarbeiter, meist ein Garten (von denen sich einige erhalten haben), oft auch eine <a href="N%C5%8D" title="Nō">Nō</a>-Bühne. In Größe und Ausführung spiegelte die das Einkommen des Daimyō wider. Durch den Bau und Betrieb der Residenzen kam viel Kapital in die Stadt und zog Händler und Handwerker an. Edo wuchs daraufhin beständig und aus dem unbekannten Fischerdorf von 1457 wurde 1721 die – mit einer Million Einwohner – größte Stadt der Welt.<sup id="cite_ref-Sansom_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-Sansom-4"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tempel_und_Schreine">Tempel und Schreine</h3></div>
<p>Der <a href="Sens%C5%8D-ji" title="Sensō-ji">Sensō-ji</a> führt seine Gründung auf das Jahr 628 zurück, als Fischer eine kleine goldene <a href="Kannon" class="mw-redirect" title="Kannon">Kannon</a>-Figur in ihrem Netz fanden, und daraufhin 645 – damals weit außerhalb des späteren Edo – der Tempel errichtet wurde.<sup id="cite_ref-Oedo_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Nähe zum Volk hat sich der Sensō-ji bis heute erhalten können. Die meisten Tempel später in Edo waren eher mit dem Schwertadel verbunden. So besuchte <a href="Tokugawa_Ieyasu" title="Tokugawa Ieyasu">Tokugawa Ieyasu</a> bei seinem ersten Eintreffen in Edo 1590 den <a href="Z%C5%8Dj%C5%8D-ji" title="Zōjō-ji">Zōjō-ji</a>, dessen Mönche ihn so gut aufnahmen, dass er ihn zum Begräbnistempel (bodai-ji) für seine Familie machte. Als Begräbnistempel der Shogune neben dem Zōjō-ji kam dem 1625 errichtete Kan'ei-ji eine besondere Rolle zu. Im Nordosten der Stadt gelegen, der in der traditionellen <i><a href="Onmy%C5%8Dd%C5%8D" title="Onmyōdō">Onmyōdō</a></i> (<a href="Kosmologie" title="Kosmologie">Kosmologie</a>/<a href="Geomantie" title="Geomantie">Geomantie</a>) als gefährliche Richtung galt, schützte der Tempel auch vor bösen Geistern. Mit dem Zuzug der Samurai und der Residenzpflicht der Daimyō wurden viele Tempel in allen Stadtteilen gebaut. Bekannt wurde der 1612 errichtete <a href="Sengaku-ji" title="Sengaku-ji">Sengaku-ji</a>, der 1701/03 zur Begräbnisstätte der <a href="47_R%C5%8Dnin" title="47 Rōnin">47 Samurai</a> und ihres Herren wurde.
</p><p>Das Volk, das eher dem <a href="Shint%C5%8D" title="Shintō">Shintō</a> zugeneigt war, besuchte seine Schreine. Sie waren bescheidener als die Tempel angelegt, waren aber berühmt für ihre Umzüge. In der Edo-Zeit war es vor allem das <a href="Hie-jinja" class="mw-redirect" title="Hie-jinja">Hie-jinja</a>, Sannō-matsuri genannt, aber auch ein solches Fest noch am <a href="Kanda_My%C5%8Djin" title="Kanda Myōjin">Kanda Myōjin</a>. Dem Gelehrten <a href="Sugawara_Michizane" class="mw-redirect" title="Sugawara Michizane">Sugawara Michizane</a> wurden die Schreine <a href="Yushima_Tenman-g%C5%AB" title="Yushima Tenman-gū">Yushima Tenman-gū</a> und der am Ostrand der Stadt liegende <a href="Kameido-Schrein" title="Kameido-Schrein">Kameido Tenmangū</a> gewidmet. Ieyasu, der im fernen Nikkō begraben ist, wurden zwei kleine Schreine, Tōshōgū, in Edo gewidmet, wobei der auf dem Ueno-Hügel alle Erdbeben, den <a href="Boshin-Krieg" title="Boshin-Krieg">Boshin-Krieg</a> und den Weltkrieg überstanden hat und zu den ältesten Gebäuden Tokios zählt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Unterstadt">Die Unterstadt</h3></div>
<p>„Unterstadt“ ist wörtlich zu nehmen: die flachen Gebiete zum Meer hin wurden zwar hauptsächlich von Städtern – <i>chōnin</i> – (<span lang="ja-Hani" class="Hani">町人</span>) bewohnt, aber es gibt dort auch zahlreiche Daimyō-Residenzen. Auf der anderen Seite im Yamanote-Gebiet waren an Straßen und in den engen Tälern Arbeiter und Handwerker angesiedelt, die für Arbeiten in den Residenzen (als sog. "goyō-kiki") zur Verfügung standen. Auch rechts und links der Einfallstraßen lagen Geschäftshäuser der <i>chōnin</i>.
</p><p>Als Gegenden, die ausschließlich von <i>chōnin</i> bewohnt waren, ist vor allem Kanda zu nennen, dann die Gegend nach Norden bis Asakusa, wo der alte Tempel <a href="Sens%C5%8D-ji" title="Sensō-ji">Sensō-ji</a> das ungefähre Ende der Stadt markierte. Ein weiteres <i>chōnin</i>-Gebiet war die ehemalige Landzunge vor der ehemaligen Hibiya-Bucht: Ginza und Nihonbashi. Auch das Gebiet jenseits des Sumida-Flusses wurde mit Kanälen durchzogen und von <i>chōnin</i> besiedelt, ist aber durchaus von Nebenresidenzen der Daimyō durchsetzt.
</p><p>Feudalismus zeigte sich in der Verteilung der Wohnfläche: laut einer Untersuchung aus dem Jahre 1869 sah sie wie folgt aus: der Schwertadel besaß 69 %, die Tempel und Schreine besaßen 15 %, die <i>chōnin</i> die restlichen 16 % der Fläche, auf der sich 500.000 Menschen zusammendrängten. Die Ärmsten hatten in den einfachen „nagaya“ als Familie nur eine Schlafstelle von 4½ <a href="Tatami" title="Tatami">Tatami</a> zur Verfügung.<sup id="cite_ref-Tokyo_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-Tokyo-11"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Stadtverwaltung">Stadtverwaltung</h3></div>
<p>Die chōnin wurden von zwei Stadtkommissaren (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">町奉行</span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937631">
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</style><span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">machi-bugyō</span>) regiert, die direkt dem Kanzler (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">老中</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">rōjū</span>) des Bakufu unterstanden.<sup id="cite_ref-Oedo_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie konnten die Gesetze erlassen, die sie anwandten. Sie konnten auch Recht sprechen und waren so allmächtig. Unter den Kommissaren gab es durchaus solche, die vom Volk als gerecht und weise akzeptiert wurden, wie z. B. der Stadtkommissar <a href="%C5%8Coka_Tadasuke" title="Ōoka Tadasuke">Ōoka Tadasuke</a> (1677–1751). Die Kommissare wurden bei ihrer Arbeit unterstützt von 25 sog. yoriki (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">与力</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">yoriki</span>), denen 100 <a href="D%C5%8Dshin" class="mw-redirect" title="Dōshin">dōshin</a> (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">同心</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">dōshin</span>) unterstanden, und weiterem Personal, "Zubringer", Spitzel (tesaki, meakashi, okappi). Für die Ordnung im Alltag sorgten „Stadtälteste“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">町年寄</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">machi-doshiyori</span>), die von Stadt-"Oberbürgern" (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">町名主</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">machi-nanushi</span>) unterstützt wurden.
</p><p>Die beiden Stadtkommissare waren im Monatswechsel (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">月番</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">tsukiban</span>) Tag und Nacht im Dienst. Sie kamen aus dem <a href="Hatamoto" title="Hatamoto">Hatamoto</a>-Stand und wurden mit 3000 <a href="Koku" title="Koku">koku</a> vergütet. Manche übten diese Funktion bis zum Lebensende aus, manche wurden auch schon nach einem Jahr abgelöst. Nach der Lage ihrer Residenz wurden sie gewöhnlich „Nord-Kommissar“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">北町奉行</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">kita-machibugyō</span>) und „Süd-Kommissar“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">南町奉行</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">minami-machibugyō</span>) genannt, sie waren jedoch jeweils für die ganze Stadt zuständig. Ihr Zuständigkeitsbereich, d. h. die Grenze der Stadt (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">御府内</span> <span class="Latn" lang="ja-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">gofunai</span>)<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, wurde geheim gehalten, damit Straftäter nicht wussten, wann sie in Sicherheit waren. Erst nach 1868 wurden die damaligen Grenzen allgemein bekannt.
</p><p>Der Ort der Gerichtsverhandlungen wurde o-shirazu (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">御白洲</span>), genannt, das große Gefängnis (rō-yashiki, auch rōgoku = Gefängnishölle genannt) befand sich im Stadtteil Kodemmachō. Für christlichen Missionare, die nach der Landesabschließung in Japan landeten und versuchten, ihre Tätigkeit fortzusetzen, gab es ein eigenes kleines <a href="Kirishitan_Yashiki" title="Kirishitan Yashiki">Gefängnis im Stadtteil Koishikawa</a>. Der Hangweg „Kirishitan-zaka“ erinnert noch heute daran.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_großen_Brände"><span id="Die_gro.C3.9Fen_Br.C3.A4nde"></span>Die großen Brände</h3></div>
<p>Edo wurde wiederholt von Bränden heimgesucht, wobei der <a href="Meireki-Gro%C3%9Fbrand" title="Meireki-Großbrand">Meireki-Großbrand</a> 1657, bei dem geschätzte 100.000 Menschen starben, der verheerendste war. Der Brand führte u. a. zu folgenden Maßnahmen:
</p>
<ul><li>Die Residenzen der <a href="Gosanke" title="Gosanke">Gosanke</a> erhielten Gelände außerhalb des "Äußeren Grabens".</li>
<li>Alle Daimyō legten Nebenresidenzen an.</li>
<li>Das Shogunat stellte eine Berufsfeuerwehr mit Feuerwehrleuten (jōbikeshi) auf.</li></ul>
<p>Vermeiden ließen sich die Brände nicht: Vor allem im Januar herrschte wetterbedingt eine große Trockenheit, da löste schon eine kleine Unachtsamkeit einen Brand aus. Neben unzähligen kleinen Bränden gab es zwischen 1600 und 1900 zehn Großbrände. Sie werden nach der gerade gültigen Jahresdevise (<a href="Neng%C5%8D" title="Nengō">Nengō</a>), z. B. Meireki, benannt, sind aber oft unter einem besonderen Namen bekannt. 1718 organisierte der Stadtkommissar Ōoka auf Weisung des Shoguns <a href="Tokugawa_Yoshimune" title="Tokugawa Yoshimune">Yoshimune</a> eine städtische Feuerwehr mit nebenamtlichen Kräften, die in 64 Brigaden unterschiedlicher Größe (50–500) gegliedert war.
</p><p>Bis es Wasserspritzen gab, beschränkte sich die Tätigkeit der Feuerbrigaden auf das Einreißen von Häusern, um die Ausbreitung des Feuers zu begrenzen. Gelegentlich wurde zu viel abgerissen, was zu der Redewendung führte: „Brand und Streit sind die Blumen von Edo“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">火事と喧嘩は江戸の花</span>, Kaji to kenka wa Edo no hana).
</p><p>Um die Brände früh zu entdecken, wurden in der ganzen Stadt Wachtürme bzw. Ausgucke errichtet, so wie auf dem Hiroshige-Druck "Nihonbashi" zu sehen ist. Da die japanischen Holzhäuser in einem, durch die <a href="Tatami" title="Tatami">Tatami</a> bedingten, Einheitsmaß gebaut waren und Baumaterial in großen Mengen auf Vorrat gehalten wurde, konnte man die Häuser schnell wieder herrichten.
</p>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Japanische_Feuerwehr_der_Edo-Zeit" title="Japanische Feuerwehr der Edo-Zeit">Japanische Feuerwehr der Edo-Zeit</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wasserversorgung">Wasserversorgung</h3></div>
<p>Da Brunnen schon bald nicht mehr reichten, wurde in der Keichō-Zeit vom landeinwärts gelegenen Inokashira-See Wasser über einen 20 km langen Kanal nach Edo geführt, das im Stadtteil Koishikawa erreicht wurde. Von dort wurde es mit Hilfe einer Brücke über den Sotobori geführt und erreichte Kanda, von dem es seinen Namen, „Kanda jōsui“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">神田上水</span>) erhielt. Diese Wasserversorgung war bis 1903 in Betrieb, bis heute erinnert die Straßenbrücke Suidōbashi, neben der nun verschwundenen Wasserleitungsbrücke, an das System.<sup id="cite_ref-Oedo_10-2" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Schon bald reichte auch Kanda jōsui nicht mehr. In einer Privatinitiative vermaßen zwei Brüder in mühevoller Arbeit eine Kanalroute, die es ermöglichte, aus 50 km Entfernung bei wenig Gefälle Wasser aus dem Tamafluss bis nach Edo zu bringen, das in Shinjuku erreicht wurde. Von Yotsuya aus wurde das Wasser unterirdisch weiter geführt. Stillgelegt wurde dieses <i>Tamagawa Aquädukt</i> (玉川上水, Tamagawa Jōsui) erst 1965. Das Wasserversorgungssystem wurde weiter ergänzt durch „Kameari jōsui“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">亀有上水</span>), „Aoyama jōsui“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">青山上水</span>), „Mita jōsui“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">三田上水</span>) und „Sengawa jōsui“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">千川上水</span>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wirtschaft_und_Verkehr">Wirtschaft und Verkehr</h3></div>
<p>Die Versorgung der Großstadt Edo übernahm ein hochentwickeltes System der Küstenschifffahrt, die über verschiedene Bootstypen, Tarubune, Bezaisen oder Sengokusen, verfügte.<sup id="cite_ref-Oedo_10-3" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Waren wurden in der Edo-Bucht auf Kähne umgeladen und zu den großen Geschäften transportiert, die über Warenlager, oft als feuerfester Speicher ausgeführt, verfügten. Sehr erfolgreich war die Familie Mitsui, die ihr großes Kleidergeschäft "Echigo-ya" (<span lang="ja-Hani" class="Hani">越後屋</span>) nannte.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein wichtiges Handelszentrum der Stadt lag an der <a href="Nihonbashi" title="Nihonbashi">Nihon-Brücke</a> (<span lang="ja-Hani" class="Hani">日本橋</span>, <i>Nihon-bashi</i>), der wichtigen Brücke über den Kanal, der von der Burg zum Meer führte. Der Kanal war dort auf beiden Seiten mit Lagerhäusern gesäumt.
</p><p>Am <a href="Sumida_(Fluss)" title="Sumida (Fluss)">Sumida</a>, damals einfach Großer Fluss (<span lang="ja-Hani" class="Hani">大川</span>, <i>Ōkawa</i>) befanden sich die staatlichen Lagerhäuser mit den Reisvorräten (siehe <i><a href="Koku" title="Koku">Koku</a></i>) des Shōgunats. Diese Gegend beiderseits des Flusses wurde <i>Kuramae</i> (<span lang="ja-Hani" class="Hani">蔵前</span>, dt. <i>vor den Lagerhäusern</i>) genannt. Auf der östlichen Seite befanden sich auch die großen Lager von Bauholz.<sup id="cite_ref-Oedo_10-4" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ware kam auch auf dem Landweg nach Edo, wobei die "Fünf Straßen" (<a href="Gokaid%C5%8D" title="Gokaidō">Gokaidō</a>) genutzt werden konnten. Allerdings gab es dabei Beschränkungen: als Vorsichtsmaßnahme gegen Aufstände benötigten Transporte mit Ochsenkarren eine besondere Erlaubnis, über die Flüsse gab es aus demselben Grund meist keine Brücken.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Edo_als_Bildungsstätte"><span id="Edo_als_Bildungsst.C3.A4tte"></span>Edo als Bildungsstätte</h3></div>
<p>An erster Stelle ist die Lehranstalt des Bakufu zu nennen:
</p>
<ul><li>Shōheizaka gakumonjo war aus der Schule des <a href="Hayashi_Razan" title="Hayashi Razan">Hayashi Razan</a> hervorgegangen. Die Schule nutzte Gebäude in der Konfuzius gewidmete Tempelanlage <a href="Yushima_Seid%C5%8D" title="Yushima Seidō">Yushima Seidō</a> am Hangweg "Shōheizaka".</li></ul>
<p>Daneben gab es eine Reihe privater Schulen (juku) u. a.:
</p>
<ul><li>Kenenjuku, um 1709 von <a href="Ogy%C5%AB_Sorai" title="Ogyū Sorai">Ogyū Sorai</a> (1666–1728) gegründet. An dieser Schule wurde Konfuzianismus und das Studium alter Schriften gelehrt.</li>
<li>Tenshinrō, um 1769 von <a href="Sugita_Genpaku" title="Sugita Genpaku">Sugita Genpaku</a> (1733–1817) gegründet. Sugita lehrte westliche Medizin und ganz allgemein <a href="Rangaku" title="Rangaku">Rangaku</a>.</li>
<li>Otowajuku, von <a href="Honda_Toshiaki" title="Honda Toshiaki">Honda Toshiaki</a> (1744–1821) gegründet. Honda lehrte Rechnen (<a href="Wasan" title="Wasan">wasan</a>) und Wirtschaftslehre.</li>
<li>Shirandō, 1786 von <a href="%C5%8Ctsuki_Gentaku" title="Ōtsuki Gentaku">Ōtsuki Gentaku</a> (1757–1827) gegründet. Ōtsuki, Schüler von Sugita, lehrte westliche Medizin und ganz allgemein <a href="Rangaku" title="Rangaku">Rangaku</a>.</li>
<li><a href="Kei%C5%8D-Universit%C3%A4t" title="Keiō-Universität">Keiō gijuku</a>, 1858 von <a href="Fukuzawa_Yukichi" title="Fukuzawa Yukichi">Fukuzawa Yukichi</a> im Ortsteil Teppōzu gegründet, erhielt die Schule nach Umzug nach Mita im Jahre Keiō 4 diesen Namen. Seit 1920 Universität.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="In_Edo_geborene_Gelehrte_und_Künstler_(Auswahl)"><span id="In_Edo_geborene_Gelehrte_und_K.C3.BCnstler_.28Auswahl.29"></span>In Edo geborene Gelehrte und Künstler (Auswahl)</h3></div>
<p>Bemerkenswert ist, dass sämtliche Gräber (fast alle im heutigen Tokio) erhalten sind.<sup id="cite_ref-Tokyo_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-Tokyo-11"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einige sind als „Geschichtliche Spuren“ (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">史跡</span>, shiato) auf nationaler Ebene, weitere auf städtischer Ebene ausgezeichnet. (Reihenfolge der Personen nach Geburtsdatum.)
</p>
<ul><li>Konfuzianisten: Hayashi Hōkō (1644), <a href="Arai_Hakuseki" title="Arai Hakuseki">Arai Hakuseki</a> (1657), <a href="Muro_Ky%C5%ABs%C5%8D" title="Muro Kyūsō">Muro Kyūsō</a> (1658), <a href="Ogy%C5%AB_Sorai" title="Ogyū Sorai">Ogyū Sorai</a> (1660), Kameda Hōsai (1752), <a href="Sat%C5%8D_Issai" title="Satō Issai">Satō Issai</a> (1772), <a href="Terakado_Seiken" title="Terakado Seiken">Terakado Seiken</a> (1796), Shionoya Tōin (1809)</li>
<li><a href="Kokugaku" title="Kokugaku">Nationallehre</a>: <a href="Kat%C5%8D_Chikage" title="Katō Chikage">Katō Chikage</a> (1735), <a href="Murata_Harumi" title="Murata Harumi">Murata Harumi</a> (1746), <a href="Shimizu_Hamaomi" title="Shimizu Hamaomi">Shimizu Hamaomi</a> (1776)</li>
<li>Westliche Wissenschaft, Medizin: <a href="Aoki_Kony%C5%8D" title="Aoki Konyō">Aoki Konyō</a> (1698), <a href="Sugita_Gempaku" class="mw-redirect" title="Sugita Gempaku">Sugita Gempaku</a> (1733), Katsuragawa Hoschū/Shinra Bonshō (1751), Udagawa Gensui (1755), Ōtsuki Bankei (1808)</li>
<li>Haiku, <a href="Senry%C5%AB" title="Senryū">Senryū</a>: Sugiyama Sambū (1647), <a href="Takarai_Kikaku" title="Takarai Kikaku">Takarai Kikaku</a>/<a href="Enomoto_Kikaku" class="mw-redirect" title="Enomoto Kikaku">Enomoto Kikaku</a> (1661), <a href="Karai_Senry%C5%AB" title="Karai Senryū">Karai Senryū</a> (1718), <a href="Kaya_Shirao" title="Kaya Shirao">Kaya Shirao</a> (1738)</li>
<li>Scherzgedichte: <a href="Akera_Kank%C5%8D" title="Akera Kankō">Akera Kankō</a> (1738), <a href="Karagoromo_Kissh%C5%AB" title="Karagoromo Kisshū">Karagoromo Kisshū</a> (1743), Ōta Namba (1749), <a href="Ishikawa_Masamochi" title="Ishikawa Masamochi">Ishikawa Masamochi</a> (1753)</li>
<li>Humoristische Erzählungen: Utei Emba (1743), <a href="Koikawa_Harumachi" title="Koikawa Harumachi">Koikawa Harumachi</a> (1744), <a href="Sant%C5%8D_Ky%C5%8Dden" title="Santō Kyōden">Santō Kyōden</a> (1761), <a href="Takizawa_Bakin" class="mw-redirect" title="Takizawa Bakin">Takizawa Bakin</a>/<a href="Kyokutei_Bakin" title="Kyokutei Bakin">Kyokutei Bakin</a> (1767), <a href="Shikitei_Samba" title="Shikitei Samba">Shikitei Samba</a> (1776), Ryūtei Tamehiko (1783), <a href="Tamenaga_Shunsui" title="Tamenaga Shunsui">Tamenaga Shunsui</a> (1790), <a href="Kanagaki_Robun" title="Kanagaki Robun">Kanagaki Robun</a> (1829)</li>
<li>Ukiyoe: <a href="Katsukawa_Shunsh%C5%8D" title="Katsukawa Shunshō">Katsukawa Shunshō</a> (1726), <a href="Katsushika_Hokusai" title="Katsushika Hokusai">Katsushika Hokusai</a> (1760), <a href="Utagawa_Toyokuni" title="Utagawa Toyokuni">Utagawa Toyokuni</a> (1771), <a href="Keisai_Eisen" title="Keisai Eisen">Keisai Eisen</a> (1790), <a href="Utagawa_Hiroshige" title="Utagawa Hiroshige">Utagawa Hiroshige</a> (1797)</li>
<li>Maler:<a href="Shiba_K%C5%8Dkan" title="Shiba Kōkan">Shiba Kōkan</a> (1747), <a href="Sakai_H%C5%8Ditsu" title="Sakai Hōitsu">Sakai Hōitsu</a> (1761), <a href="Tani_Bunch%C5%8D" title="Tani Bunchō">Tani Bunchō</a> (1763), <a href="Watanabe_Kazan" title="Watanabe Kazan">Watanabe Kazan</a> (1793)</li>
<li>Sonstige: Aufklärer <a href="Hayashi_Shihei" title="Hayashi Shihei">Hayashi Shihei</a> (1738), Kanzler <a href="Matsudaira_Sadanobu" title="Matsudaira Sadanobu">Matsudaira Sadanobu</a> (1760), Entdecker <a href="Kond%C5%8D_J%C5%ABz%C5%8D" title="Kondō Jūzō">Kondō Jūzō</a> (1771), Herausgeber Kariya Ekisai (1775), Kalligraph <a href="Ichikawa_Beian" title="Ichikawa Beian">Ichikawa Beian</a> (1779), Kabuki-Autor <a href="Kawatake_Mokuami" title="Kawatake Mokuami">Kawatake Mokuami</a> (1816), <a href="Rakugo" title="Rakugo">Rakugoka</a> Sanyūtei Enchō (1839)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Populäre_Stadtkultur"><span id="Popul.C3.A4re_Stadtkultur"></span>Populäre Stadtkultur</h3></div>
<p>Die "Drei Vergnügen" Edos<sup id="cite_ref-Oedo_10-5" class="reference"><a href="#cite_note-Oedo-10"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, beispielhaft dargestellt durch prominente Vertreter auf dem nebenstehenden Holzschnitt, waren <a href="Kabuki" title="Kabuki">Kabuki</a>, <a href="Sum%C5%8D" title="Sumō">Sumō</a> und <a href="Yoshiwara" title="Yoshiwara">Yoshiwara</a>. Alle drei Vergnügungen standen unter Aufsicht der Stadt:
</p>
<ul><li>Die Kabuki-Theater wurden gegen Ende der Edo-Zeit im Nordosten der Stadt im Stadtteil Saruwaka-chō zusammengefasst.</li>
<li>Sumō wurden in Schreinen abgehalten, die ja – wie die Tempel – unter Aufsicht eines Kommissars des Bakufu standen.</li>
<li>Das Yoshiwara-Viertel, ursprünglich an der Nihonbashi gelegen, wurde wie Kabuki an den Rand der Stadt nördlich des Sensō-ji vor den Deich "Nihon Zutsumi" verlegt. Das war bereits vor dem Meireki-Brand geplant und konnte dann bereits 1658 das "Neue Yoshiwara-Viertel" eröffnet werden.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Ein Vergnügen von alters her war das <a href="Hanami" title="Hanami">Hanami</a> Ende April. Berühmt für ihre Kirschblüte war im Norden der Asuakayama in Ōji und im Süden vor Shinagawa der Gotemba. Weiter draußen im Westen war das Gebiet von <a href="Koganei" title="Koganei">Koganei</a> am Tamagawa bekannt. Nicht nur das Volk, auch der Adel unternahm, versehen mit Picknick-Koffern, Ausflüge zum Hanami.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Edo_und_seine_Stadtpläne"><span id="Edo_und_seine_Stadtpl.C3.A4ne"></span>Edo und seine Stadtpläne</h3></div>
<p>Die Stadtentwicklung Edos ist gut dokumentiert, da unablässig Stadtpläne produziert wurden, und zwar als Gesamtpläne oder als Stadtteilkarten (<a href="Kiri-ezu" title="Kiri-ezu">Kiri-ezu</a>). Das Standardwerk<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> weist mit allen Kartentypen und allen Auflagen mehr als 700 Karten nach. Inhaltlich sind sie pragmatisch der Rechteckform angepasst und dadurch mehr oder weniger verzerrt, sind aber topologisch in Ordnung.
</p><p>Die Gesamtpläne zeigen die Hauptstraßen, Brücken, die Residenzen der Tokugawa und der Daimyō mit den jeweiligen Wappen und Namen; sie zeigen auch die Tempel mit ihrer Glaubensrichtung und waren so für eine erste Orientierung durchaus geeignet.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>Anm 9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um 1800 kamen dann Stadtteilkarten <a href="Kiri-ezu" title="Kiri-ezu">Kiri-ezu</a> im Sechsfarbendruck auf, die mit ihrem Maßstab besser geeignet waren, sich zurechtzufinden. Die Ausschnitte waren pragmatisch gewählt und dann verzerrend auf Rechteckformat gebracht. Auf diesen Stadtteilkarten sind neben den Hauptresidenzen der Daimyō auch die Nebenresidenzen sowie die Wohnsitze der Hatamoto eingetragen. Die chōnin, auch die reichsten, blieben namenlos in den grau-unterlegten Stadtbereichen. Ein Blick auf diese bunten Karten zeigt, wie durchmischt in Edo Adel, Priester, Bürger nebeneinander lebten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Von_Edo_zu_Tokio">Von Edo zu Tokio</h2></div>
<p>Nachdem das Shōgunat 1868 aufgelöst worden war, benannte die neue Regierung die Stadt in <a href="T%C5%8Dky%C5%8D_(Stadt)" class="mw-redirect" title="Tōkyō (Stadt)">Tokio</a> („östliche Hauptstadt“) um und verlegte den Sitz des Tennō 1869 (er war zu der Zeit 16 Jahre alt) dahin. Diese Verlegung ist weder durch ein Gesetz noch durch eine kaiserliche Verordnung formell besiegelt. Die Stadt wurde durch das <a href="Gro%C3%9Fes_Kant%C5%8D-Erdbeben_1923" title="Großes Kantō-Erdbeben 1923">Kantō-Erdbeben</a> (1923) schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg nahezu völlig zerstört (→<a href="Luftangriffe_auf_Tokio" title="Luftangriffe auf Tokio">Luftangriffe auf Tokio</a>). Beim zweimaligen Wiederaufbau wurde die Stadtstruktur durch neue Straßen verändert, aber bei aufmerksamer Beobachtung erkennt man dennoch das alte Edo unter dem heutigen Tokio.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Panorama">Panorama</h2></div>
<div style="box-sizing:border-box;clear:{{{clear}}}; max-width:100%;margin-top:0.1em; margin-bottom:0.1em; margin-left:auto; margin-right:auto;"><div class="thumbinner centered panorama" style="max-width:2002px; width: 100%; width: inherit;"><div class="thumbimage noresize" style="overflow-y:hidden; overflow-x:scroll; overflow:auto; width:100%; width:inherit;"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption" style="text-align: center;"><div style="float:right; margin:0 3px"><span class="skin-invert" typeof="mw:File"><a href="https://tools.wmflabs.org/zoomviewer/?flash=no&f=Edo+Panorama+old+Tokyo+color+photochrom.jpg" title="Interaktiver Bildbetrachter" class="external"></a></span></div><div style="float:left; width:30px; height:12px;"></div>Panorama von Edo 1865/66 (Montage von <a href="Photochromdruck" title="Photochromdruck">Photochromdrucken</a> von fünf <a href="Albuminpapier" title="Albuminpapier">Albumin-Photographien</a> von <a href="Felice_Beato" title="Felice Beato">Felice Beato</a>)</div></div></div>
<p>Blick vom Atago-Hügel nach Osten. In der Mitte des Panoramas sieht man im Vordergrund die Nebenresidenz des Makino-Han (Echigo).<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Edo-j%C5%8D" title="Edo-jō">Edo-Burg</a></li>
<li><a href="Edokko" title="Edokko">Edokko</a> (Einwohner von Edo)</li>
<li><a href="100_ber%C3%BChmte_Ansichten_von_Edo" title="100 berühmte Ansichten von Edo">100 berühmte Ansichten von Edo</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://kotobank.jp/word/%E6%B1%9F%E6%88%B8-36887"><i><span lang="ja-Jpan" class="Jpan">大辞林 第三版</span> bei kotobank.jp.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 26. Januar 2013</span> (japanisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEdo&rft.title=%3Cspan+lang%3D%22ja-Jpan%22+class%3D%22Jpan%22%3E%E5%A4%A7%E8%BE%9E%E6%9E%97+%E7%AC%AC%E4%B8%89%E7%89%88%3C%2Fspan%3E+bei+kotobank.jp&rft.description=%3Cspan+lang%3D%22ja-Jpan%22+class%3D%22Jpan%22%3E%E5%A4%A7%E8%BE%9E%E6%9E%97+%E7%AC%AC%E4%B8%89%E7%89%88%3C%2Fspan%3E+bei+kotobank.jp&rft.identifier=https%3A%2F%2Fkotobank.jp%2Fword%2F%25E6%25B1%259F%25E6%2588%25B8-36887&rft.language=ja"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Diese Schreibungen spiegeln ein heute verschwundenes schwaches i im Anlaut der Silbe e wider. Lutz Walter (Hrsg.): <i>Japan mit den Augen des Westens gesehen</i>. Prestel, München / New York 1994, S. 49.</span>
</li>
<li id="cite_note-Sansom-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Sansom_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Sansom_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">George Sansom: <i>A History of Japan: 1615-1867</i>. Stanford University Press, Stanford 1963, S. 114.</span>
</li>
<li id="cite_note-Edo-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Edo_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text">T. Ōhama, K. Yoshiwara: <i>Edo Tōkyō nenpyō.</i>Shogakukan, 1993, ISBN 4-09-387066-7.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Andrew Gordon: <i>A Modern History of Japan from Tokugawa Times to the Present.</i> Oxford University Press, 2003, ISBN 0-19-511061-7, S. 23.</span>
</li>
<li id="cite_note-Oedo-10"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Oedo_10-5">f</a></sup></span> <span class="reference-text">Kazuo Hanasaki (Hrsg.): <i>Ōedo. Monoshiri zukan.</i> Shufu-no-Seikatsusha, 2000. ISBN 4-391-12386-X.</span>
</li>
<li id="cite_note-Tokyo-11"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Tokyo_11-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Tokyo_11-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Tokyoto rekishi kyoiku kenkyukai (Hrsg.): <i>Tokyoto no rekishi sanpo (jo)</i>. Yamakawa shuppansha, 2001, ISBN 4-634-29130-4, S. 122.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">R. Iida, M. Tawara: <i>Edo-zu no rekishi</i>. Chikuchi shokan, 1988, ISBN 4-8067-5651-2.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Gotō Kazuo, Matsumoto Itsuya: <i>Yomigaeru Bakumatsu.</i> Asahi Shimbunsha, 1987, <a href="OCLC" title="OCLC">OCLC</a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://worldcat.org/oclc/475155769">475155769</a>, S. 8.</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references" data-mw-group="Anm">
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Daneben existiert die Ansicht, dass die beiden Zeichen nur den Lautwert dieses alten Flurnamens wiedergeben. Möglicherweise stammt der Name aus der <a href="Ainu_(Sprache)" title="Ainu (Sprache)">Ainu-Sprache</a>. Siehe Eintrag "Edo" im Konversationslexikon Kōjien (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">広辞苑</span>).</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Am bekanntesten ist vielleicht das "Tora-no-mon" ("Tiger-Tor"), das allerdings nur als Name einer Kreuzung und U-Bahn-Station erhalten geblieben ist.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Erhalten ist u. a. das Ōte-mon in dieser Form.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach dem Brand 1657 wurden die Residenzen bescheidener wieder aufgebaut.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Die Grenze war auf Karten als "Rote Linie" (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">朱引き</span>, shubiki) eingezeichnet. Sie schloss vor allem draußen liegende Tempelbezirke ein, da deren Umgebung als Versteck genutzt wurde.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Das Kaufhaus Mitsukoshi (<span lang="ja-Hani" class="Hani">三越</span>) ist ein direkter Nachfolger. Der Name setzt sich zusammen aus dem ersten Zeichen von Mitsui und dem ersten Zeichen von Echigoya, hier koshi gelesen.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Auf dem Holzschnitt (<span lang="ja-Jpan" class="Jpan">江戸の三幅對</span>, Edo san fukutsui) sind dargestellt: Kabuki - Ichikawa Danjūrō V. (1741–1806), Sumo - Tanikaze Kajinosuke II. (1750–1795) und Yoshiwara - Hana-ōgi des Ōgiya.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">In dieser Gegend am Stadtrand lag auch ein kleines Viertel der <i><a href="Burakumin" class="mw-redirect" title="Burakumin">Eta</a></i>, Leute, die "unreinen" Berufen wie Entsorgung von Tierkadavern, Gerberei nachgingen und die deshalb als "hinin" außerhalb der Gesellschaft standen.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text"> Viele dieser Stadtpläne sind als Nachdruck leicht erhältlich.</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Edo,_Japan?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Edo</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120904022014/http://www.rekihaku.ac.jp/english/gallery/z_edozu/edozu_l.html">Linker Edo-Stellschirm</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 4. September 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li></ul>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-g" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/1165580861">1165580861</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n82130344">n82130344</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlna/00634075">00634075</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/155680261/">155680261</a></span> </div>
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</div><!--/htdig_noindex--></div>
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